Seit letzter Woche haben wir endlich das Buch vom Neinhorn und der Schlangeweile bei uns auf der pädiatrischen Onkologie. Passend dazu habe ich hier ein paar Übungen gesammelt, die wieder einmal zeigen, wie super sich Yoga und Theaterpädagogik – in diesem Fall Atmung und Stimmtraining – ergänzen.
Kurz zu Erklärung: Das Neinhorn ist ein Einhorn, das immer zu allem „Nein!“ sagt, die Schlangeweile eine sehr gelangweilte Schlange. Beide dürfen sich in der Geschichte von Marc-Uwe Kling begegnen.
Diese Übungen können mit Kindern ab etwa 4 Jahren gemacht werden, machen aber auch noch als Erwachsene*r Spaß! 😉
- vor Langeweile gähnen (mit offenen und geschlossenem Mund)
- seufzen, weil die Schlangeweile auf nichts Lust hat
- mit der Einatmung die Arme über die Seite heben um so lang wie eine Schlange zu werden, Atem kurz halten, mit dem Oberkörper schlängeln (um den Raum zwischen den Rippen zu weiten) und ausatmend die Arme wieder senken
- so lange ein- und ausatmen wie eine Schlange lang ist (gedanklich eine Schlange einatmen)
- während der Ausatmung (gerne auch auf „sch“ oder „s“) mit dem Finger eine lange, kringelige Schlangenlinie in die Luft malen um einen durchgehenden, monotonen Atemfluss anzuregen
- auf die Ausatmung ein „sssssss“ zischen
- wie lange kann man zischen? Versuchen, die (Aus)Atmung zu verlängern
- viele kurze „sss“-Laute hintereinander als verlautete Variante der Feueratmung (Kapalabhati)
- das scharfe „sssss“ zu einem Summen werden lassen (Brahmari/Bienenatmung) und sanft die Stimme mitkommen lassen
- eine Sirene auf ein weiches „s“ summen (wie eine sich schlängelnde Schlange)

Obwohl alle Übungen natürlich auch für sich alleine stehen, ergeben sie in der Reinfolge tatsächlich auch eine runde, spielerische Übungseinheit. Achte dann aber darauf, zwischendurch Pausen einzubauen – denn auch Atmen kann ganz schön anstrengend sein… Dieses Set kannst Du sowohl als Warm-Up für eine stimmige ( 😉 ) Theaterpädagogik-Einheit, als Fokusübung, im Kinderyoga als auch einzeln zum Stärken von Atmung und Stimme anwenden.
Ich arbeite super gerne mit der Geschichte, denn sie bietet auch über diese Übungsimpulse hinaus viele Anregungen für Gespräche und Reflexion: Was machen wir, wenn uns die Schlangeweile besucht? Wie können wir sie von uns fernhalten? Oder wie können wir mit ihr vielleicht sogar Freundschaft schließen?
Hier gibt’s übrigens sogar Ausmalbilder und eine Bastelanleitung zum Download. Wir auf der Onkologie sind ganz begeistert davon! 🙂
Viel Spaß beim Ausprobieren und eine spannende Begegnung mit der Schlangeweile,
Frederike
Disclaimer: Das hier ist keine Werbung. Ich bekomme dafür gar nichts, bin nur wirklich begeistert vom Neinhorn, der Schlangeweile und all ihren Freund*innen, die ich von Herzen gerne empfehle.
