Wow! Spielerisch die Stimme stärken mit süßen Holzfiguren

Ich liebe es, Kinder spielerisch in ihre Präsenz zu bringen – und dazu gehört eben auch eine starke Stimme und präzise Artikulation. Und vor allem Spaß mit unserem ganz eigenen Instrument! Denn so oft unterschätzen wir, was wir mit unser Stimme alles anstellen können und beschränken sie auf ihre ursprüngliche Funktion, Kommunikation. Was aber, wenn wir sie wie ein Instrument spielen, einfach, weil es Spaß macht? Was, wenn wir unser Sprechwerkzeug immer wieder neu entdecken können? 
Diese Spielimpulse liefern Dir so einige Ideen und stärken nebenbei Atmung, Resonanz und Aussprache! 

Zu allererst: Schaut Euch die Figuren genau an. (Ich habe diese hier von Kinder begeistern und liebe sie!*) Welche Geräusche/Töne/Worte kommen Euch zu den kleinen Wesen in den Kopf? 

Wie bewegen sich Deine Figuren fort?
Schnappt Euch alle ein Wesen und überlegt Euch, wie es sich fortbewegen könnte. Ist es eher ein Laufen, Wabern, Hüpfen, Tippeln, Rollen? Und wie klingt das?
Probiert gerne herum, welche Geräusche zu den Bewegungen Eurer Figuren passen. Ist es ein flinkes „tiptap tiptap tiptap“ oder eher ein schleichendes „wob wob“? In welchem Rhythmus bewegen sich die Figuren fort?
Wie verändern sich diese comicartigen Geräusche, wenn Euer kleines Wesen es ganz eilig hat oder spazieren ist, aufgeregt ist oder ganz müde? 
gut für: Artikulation, Kreativität, Rhythmus

Comicgeräusch-Parcours
Baut einen kleinen Parcours für Eure Wesen aus allem, was Euch in die Hände kommt. Lasst sie die Hindernisse überwinden und gebt ihnen dabei eine Stimme.
Wie klingt es, wenn Eure Figur angestrengt einen Berg hochklettert?
Was für ein Geräusch kommt heraus, wenn Euer Wesen eine Schräge herunterrutscht?
Wie drücken die Männchen Anstrengung aus, oder Erleichterung?
Was hört Ihr, wenn jemand stolpert?
gut für: Ausdrucksfähigkeit der Stimme entdecken, Phonetik, Modulation, Warm Up der Stimme

Mit Entfernungen spielen
Wenn wir mit jemandem direkt vor uns sprechen, nutzen wir unsere Stimme anders, als wenn wir jemandem ins nächste Zimmer hinterher rufen. Das könnt Ihr auch mit den Figuren erforschen.
Stellt sie unterschiedlich weit weg von Euch und erzählt ihnen etwas. Manchmal ist es leichter, wenn man immer den gleichen Satz nimmt, um etwas vergleichen zu können.
Wie sprecht Ihr, wenn die Figur mit Euch unter einer Bettdecke steckt und wie, wenn sie draußen vor dem Fenster steht? Wie sprecht Ihr beide im gleichen Raum, wie, wenn Ihr in unterschiedlichen Räumen seid? Was glaubt Ihr, wann und warum erreicht Eure Stimme das Holzwesen?
Wie sprecht Ihr, wenn die Figur mit Euch unter einer Bettdecke steckt und wie, wenn sie draußen vor dem Fenster steht? Wie sprecht Ihr beide im gleichen Raum, wie, wenn Ihr in unterschiedlichen Räumen seid? Was glaubt Ihr, wann und warum erreicht Eure Stimme das Holzwesen?
Für alle besonders neugierigen: Mit der Aufnahmefunktion mancher Smartphones könnt Ihr die Lautstärke in Dezibel messen. Bittet eine zweite Person, Eure Stimme in den verschiedenen Situationen zu messen und vergleicht Eure Messwerte mit Euren Erfahrungen.
Toll zur Kommunikation: Gebt den einzelnen Stimmen Namen, z.B. die Deckenstimme oder die Fensterstimme. Überlegt, in welcher Situation Ihr welche Stimme nutzen könnt.
Dieses Experiment ist auch toll für Kinder, die zu sehr verhaltenen, leisen Stimmen neigen.
Dieses Experiment ist auch toll für Kinder, die zu sehr verhaltenen, leisen Stimmen neigen.
gut für: senden, Modulation, Stimme kräftigen

Für Gruppen im Kreis: das Rennen!
Findet für jede Figur ein Geräusch. Mit der Senior*innengruppe in der Tagespflege waren das zum Beispiel „hup“, „wow“ und „dutz“. 
Lasst die Figuren einzeln im Kreis herumgehen, mit jedem Wechsel spricht die übergebende Person den entsprechenden Laut. Ist jedes Wesen einmal durch den Kreis gegangen, lasst zwei von ihnen mit kurzem Abstand (3-4 Personen) herumgehen, dann vielleicht sogar drei. Merkt Euch dabei die entsprechenden Geräusche der Figuren und sprecht sie bei jeder Übergabe. Weitere Herausforderung: lasst ein Holzmännchen in die entgegengesetzte Richtung gehen!
gut für: senden, Artikulation, Aufmerksamkeit

Ihr sucht noch nach Geräuschen für Eure Figuren? Diese hier machen meine manchmal:

kleiner Spickzettel
senden: die Person, die Du mit Deiner Stimme erreichen möchtest, ansprechen/adressieren
Artikulation: deutliche Aussprache
Phonetik: Lautbildung
Modulation: Variieren der Stimme in Tonhöhe und Lautstärke

Ich wünsche Euch ganz viel Spaß beim Ausprobieren! Egal ob in der Familie, mit Freund*innen, in großen Gruppen, in Kita oder Schule – so könnt Ihr spielend Eure Stimmen entdecken und Stück für Stück präsenter werden.

Alles Liebe,
Frederike

*Zur Transparenz: Stefanie von Kinder begeistern hat mir wunderbare Holzspielsachen zur Verfügung gestellt und ich liebe es, mich kreativ damit auszutoben, indem ich neue theaterpädagogische Spielideen entwickle.

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