5 Yogaübungen für Deine Stimme

Vielleicht hast Du es ja schon erahnt… Ich liebe es, Stimmarbeit mit Yoga zu verbinden. Genauer genommen sehe ich viele Teile des Yoga sogar als Stimmarbeit an. Denn so, wie ich Yoga praktiziere, ist die Atmung extrem wichtig – und Stimme ist nunmal in Schwingung versetzte Ausatmung. Noch dazu sind die Asanas, also körperlichen Yogaübungen, einfach großartig für den Körper, unseren Klangkörper, den Ort wo unsere Stimme entsteht und resoniert. Zeit also, Dir meine liebsten Yogaübungen für die Stimme zu zeigen und warum sie so toll fürs Sprechen sind.

Seitbeuge

Mein absolutes Go-To! So oft höre ich im Yoga „Atme in den Bauch“ (und sage es of auch selbst), aber die Sache ist ja: wir atmen in alle Richtungen. Deshalb sind auch die Flanken und die Rippenzwischenräume enorm wichtig für eine entspannte, volle Atmung.
Besonders wohltuend: Wenn Du Dich in der Seitbeuge sanft vor- und zurückdrehst, also den Brustkorb um die Wirbelsäule rotierst. Spüre hier mal hinein, wo Du etwas Spannung fühlst und wo Du schon richtig tief atmen kannst.

Herabschauender Hund

Noch so ein Favorit! Ich liebe alles am Herabschauenden Hund: die Aktivierung der Körpermitte, die Umkehrhaltung (trainiert das Zwerchfell und den Kreislauf!), die Schwerkraft, die den Kopf locker hängen lässt und so den Nacken entspannt, dass das Gewicht auf Hände und Füße verteilt ist und Du so viel Erdung spürst. Noch dazu werden die Flanken gedehnt und die Wirbelsäule aktiv gestreckt. Hier kannst Du ganz wunderbar den Kopf ausschütteln, seufzen oder mit den Lippen flattern.

Kindeshaltung

Wenn der Bauch auf den Oberschenkeln liegt, hat die Atmung (also die Verschiebung der Bauchorgane) weniger Platz nach unten. Also „geht“ die Atmung eher in die Seiten und in den Rücken und dehnt somit die Atemräume, gleichzeitig gibst Du Deinem Bauch eine kleine Massage von innen. Wenn Du die Arme von Dir streckst, bringst Du zusätzlich Weite in die Flanken. Bonus: durch viel Bodenkontakt und Druck auf große Muskelgruppen findet Dein Nervensystem in den parasympathischen Modus – Du wirst also entspannter. Und das kann beim Sprechen wirklich nie schaden!

Der Löwe

Das stimmliche Highlight dieser Haltung ist die Zunge. Kommt viel zu kurz im Yoga. Ist auch ein viel größerer Muskel als wir denken. Und auch der darf gelockert werden. Noch dazu ist das Gesicht weit aufgerissen und der Fokus auf der Ausatmung. Funktioniert am besten, wenn Du beim Fauchen nach vorne schaust – schon haben wir ein kleines Beispiel für Senden, also das direkte adressieren einer Person (oder in diesem Fall eines Punktes vor Dir).

Berghaltung

Körper und Stimme hängen eng zusammen. Unsere Körperhaltung beeinflusst also auch, wie wir sprechen. Von der Berghaltung können wir einiges lernen: die Füße stehen satt auf dem Boden, die Knie sind minimal gebeugt, Arme locker und kraftvoll zugleich, das Brustbein zeigt stolz und aufrecht nach vorne, der Hals ist lang und Dein Kopf ruht zentral auf der Wirbelsäule. Alles ganz schön viel zu merken, oder? Darum einfach immer wieder in diese Haltung fühlen und irgendwann erinnert sich das Körpergedächtnis ganz von alleine!

Der Teich

Mit dieser Haltung schmelze ich förmlich in die Matte. Auch hier hast Du wieder enorm viel Bodenkontakt, der gesamte Rücken liegt auf dem Boden, ebenso Arme und Füße. Beobachte mal, wie Dein Atem dann fließt! In dieser Haltung kannst Du gern auch einige Zeit verweilen und die Erdung spüren. Das Problem beim Sprechen (besonders im beruflichen Kontext) ist selten zu wenig Spannung, sondern eher zu viel! Also gönn Dir ne kurze Auszeit! Bonus: leg Deine Hände auf den Bauch und töne ein entspanntes „a“. Platziere dann die Hände auf dem Brustkorb und töne ein „u“. Zuletzt summe ein „m“ und spüre, wo in Deinem Kopf/Halsbereich dieser Ton vibriert. Nun verbinde alle drei Laute zu einem AUM und lass den Klang des Universellen, des großen Ganzen durch Deinen Körper wandern.

Mit dem richtigen Fokus kann nahezu jede Yogaübung auch für Deine Stimme wertvoll sein. Was uns Yoga auch immer wieder lehrt: es kommt auf das richtige Maß aus An- und Entspannung. So auch beim Sprechen. Probier mal, Deine Stimme mit in Deinen nächsten Yogaflow zu nehmen. Fang einfach mal an, zu seufzen, summen, mit den Lippen zu flattern, zu tönen oder gerne auch zu Deiner liebsten Yogaplaylist mitzusingen.

Oder Du kommst zu meine Workshop Re-connect to your voice für pädagogische und soziale Fachkräfte am 27.10. von 10:00 bis 15:00 in Oldenburg. Da kannst Du all das und noch mehr erleben. Weitere Infos findest Du hier.

Und jetzt: viel Spaß beim Ausprobieren!
stimmige Grüße,
Fredi

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