Deine Stimme ist beim Unterrichten wichtiger als Du denkst! Stell Dir vor, Du brichst Dir ein Bein. Dann könntest Du immer noch weiter unterrichten, zwar mit einigen Anpassungen, aber es würde funktionieren. Wenn allerdings Deine Stimme wegbrechen würde, gäbe es keinen Weg, Deine regulären Angebote durchzuführen, bis die Stimme wieder zurückkommt. Grund genug, mal anzuschauen, was noch alles dafür spricht, Deiner Stimme mehr Aufmerksamkeit zu schenken!
Ganz kurz noch dazu: Wenn ich davon spreche, an der Stimme zu arbeiten, geht es mir in der Regel darum, sie ganz bewusst einzusetzen und zu reflektieren, aber auch, sie zu stärken und zu regenerieren – abhängig von der beruflichen und privaten Belastung.

Stimmarbeit ist Selbstfürsorge
Dich mit Deiner Stimme zu beschäftigen, ist krasse Arbeit an Dir selbst. Du nimmst Dir Zeit für Dich, Deinen authentischen Ausdruck, Deine Gesundheit. Das kann auch ein cooler Weg sein, ne gute Zeit mit Dir selbst zu haben. Du spürst in Dich hinein, regulierst Dein Nervensystem (!!) und kommst in einen entspannteren Zustand.
Du lernst Dich besser kennen.
Wann ist Deine Stimme locker und entspannt? Wann ist Deine Stimme eher angespannt? Wo sprichst Du am liebsten? Und mit wem? Und vor allem: Wie funktioniert das mit Deiner Stimme überhaupt? Mit der Zeit hörst, spürst, gestaltest Du Deine Stimme immer mehr so, wie’s zu Dir passt und lernst auf dem Weg dorthin eine ganze Menge über Dich selbst!
Es ist eine Investition in die Zukunft.
Je mehr Du weißt, wie Deine Stimme funktioniert, desto mehr kannst Du Fehlbelastungen, Erkrankungen und Verschleiß vorbeugen. Dabei geht’s mir nicht nur um Berufsfähigkeit, sondern auch um Lebensqualität. Wenn ich in Senior*inneneinrichtungen bin, erlebe ich so oft, wie der Sprechapparat älterer Menschen mit der Zeit verkümmert, wie die beteiligten Muskeln irgendwann abbauen und Resonanzräume kleiner werden. Dabei kannst Du dem so einfach vorbeugen!
Eine gesunde Stimme ist nicht selbstverständlich. Du kannst jedoch einiges dafür tun, sie bestmöglich zu stärken und für Herausforderungen zu wappnen.
Deine Stimme ist Dein akustisches Aushängeschild.
Genauso wie Dein Fingerabdruck ist auch Deine Stimme höchst individuell. Zu schade, dass so, SO viele Yogalehrende ihre Stimmen hinter Singsang oder dem, wie sie glauben, dass Yogalehrende klingen sollen, verstecken! Es ist höchste Zeit, dass Du Deine Stimme findest und sie authentisch nach außen trägst. Du darfst Dich zeigen!
Fun Fact: Einer der Hauptgründe, warum ich seit Jahren meiner Yogalehrerin Annie Clarke treu bleibe ist neben ihren Sequenzen und Teachings vor allem ihre Stimme und Art, mit Worten anzuleiten. Die Stimme kann also durchaus ein entscheidender Faktor sein, dass Menschen zu Dir in die Angebote kommen!
Eine klangvolle Stimme schafft ein Stück Inklusion.
Als Yogalehrende dürfen wir nicht voraussetzen, dass alle Menschen im Raum richtig gut hören können! Dafür kann es viele verschiedene Gründe geben, die wir nicht immer wissen. Umso wichtiger ist es, klar, klangvoll und deutlich zu sprechen, sodass Du gut gehört werden kannst!
Und auch Menschen mit Sehbeeinträchtigungen (denk auch an all die Brillenträger*innen, die ihre Brille in der Klasse ablegen) sind vermehrt auf auditive Cues angewiesen. Es sollte also eine Selbstverständlichkeit sein, auf Hörbarkeit zu achten!
Du willst alle Menschen im Raum gleich gut erreichen.
Let’s be honest: die akustische Umgebung in einem Yogaraum ist selten ideal. Viele Körper, Kissen, Bolster, die Schall schlucken, teilweise große Abstände zwischen den Praktizierenden und Dir, vielleicht noch Musik im Hintergrund… Das ist für jede Stimme eine Herausforderung! Dazu kommt noch, dass Du Dich wahrscheinlich auch durch den Raum bewegst, also auch immer mal wieder Menschen neben und hinter Dir erreichen musst. Damit das alles auf Dauer entspannt funktioniert und Deine Stimme nicht nach der Klasse ermüdet, braucht es die richtige Technik und ein Verständnis davon, wie Sprechen funktioniert.
Dein Beruf ist sprechintensiv.
Ist Dir das bewusst, wie viel Du in Deiner Arbeit sprichst? Du begrüßt die Yogis vor der Stunde, leitest sie mit Deiner Stimme durch Klassen, Workshops und Retreats, stehst oft auch noch danach noch für Fragen zur Verfügung und wiederholst das oft mehrere Male am Tag oder in der Woche. Deine Stimme ist Dein primäres Kommunikationsmittel. Schütze es, pflege es, trainiere es!
Du kannst mit einer angespannten Stimme niemanden in die Entspannung führen.
Stimme transportiert mehr Stimmung als wir denken. Oft hat das WIE wir etwas sagen (und dazu zählen auch Stimme, Klangqualität, Melodik, …) einen größeren Eindruck als das, was wir sagen. Eine angespannte Stimme kann zwei Gründe haben: innere Anspannung oder eine Fehlbelastung. Bei ersterem haben wir Yogalehrende oft schon unsere eigenen Wege zur Regulation, gegen letzteres hilft oft nur, dies zu erkennen und eine gesunde Sprechweise zu trainieren.

Erste Schritte
Du hast jetzt mehr Lust, Dich mit Deiner Stimme zu beschäftigen? Yeah, guter Impuls! Vor Dir liegt ein spannender, bereichernder Weg, der Dich immer mehr zu Deinem ganz authentischen Ausdruck führt. Das können mögliche erste Schritte sein:
Am 11.05. findet mein Online-Workshop Re-connect to your voice statt. Das ist ein idealer Einstieg, um Deine Stimme ganzheitlich zu erfahren und handfeste Methoden mitzunehmen.
Wenn Du eine individuellere Begleitung wünschst, ist meine ganzheitliche Begleitung powerfully present etwas für Dich.
Beobachte einmal selbst: Wie reagieren andere auf Deine Stimme? Wann fühlt sich Deine Stimme richtig gut an? Wann verspürst Du Anstrengungen beim Sprechen? Was macht Dir mit Deiner Stimme richtig Spaß?
Wichtig: Wenn Du merkst, dass Deine Stimme immer wieder schmerzt, heiser wird oder den beruflichen Belastungen nicht stand hält, geh unbedingt zu einer*m HNO-Ärzt*in (oder besser noch Phoniater*in) und lass Dich untersuchen. Mit beispielsweise Logopädie können viele Stimmprobleme nachhaltig behandelt werden.
Wenn Du Fragen zum Thema hast, melde Dich gerne bei mir!
Alles Liebe,
Frederike

