Ab nach draußen! 8 Ideen für Kinderyoga unterwegs

Der Sommer bietet herrliche Möglichkeiten, Kinderyoga nach draußen zu verlegen. Aber jeder Moment im Freien, jeder Spaziergang, Weg zu Kita und Schule kann Euch die Möglichkeit geben, Kinderyoga im Alltag zu praktizieren. Denn Kinderyoga ist so viel mehr als tierische Asanas und bunte Karten – es ist alltagsnah, bestärkend, regulierend, verbindend, bunt und kreativ. Und das geht überall! Ihr braucht nichts außer Neugier und Entdeckungsdrang, um als Familie Yoga in der Natur zu erleben. Familienyoga to go quasi!

Mit Natur meine ich dabei nicht nur Naturschutzgebiete und unberührte Wiesen am Stadtrand, sondern sämtliche noch so kleine Grünflächen, all die Orte, wo wir mit anderen pflanzlichen und tierischen Lebewesen in Kontakt kommen (sprich: überall!). Denn vielleicht geht es bei all dem gar nicht primär um Natur wie Wiese, Wald oder Wattenmeer (denn der Zugang zu dieser kann auch mit Privilegien besetzt sein) sondern einfach darum, einen Ortswechsel zu nutzen, eine andere Umgebung zu erkunden, tief durchzuatmen, fernab geschlossener Räume zu sein.

Für die Impulse habe ich einige Kriterien gehabt, die sicherstellen sollen, dass Ihr sie so unkompliziert wie möglich umsetzen könnt. Deswegen schlage ich hier nur vor, was nichts kostet, unabhängig vom Wetter und Eurer Umgebung ist, keine/kaum Vorbereitung benötigt und auch nicht zwangsläufig Material nutzt. So könnt Ihr hoffentlich einfach drauf los ziehen und Eure Umgebung achtsam erkunden!

Der Insta-Trend: Colour Walk

Entscheidet Euch für eine Farbe, auf die Ihr heute Euren Fokus legen wollt. Wenn Ihr dann rausgeht, lenkt Eure Aufmerksamkeit ganz gezielt auf den Farbton undsucht so viele verschiedene Dinge wie möglich, die alle Eure Farbe haben. Ihr werdet überrascht sein, wie oft Eure Farbe draußen vorkommt!

Auch schön ist es, das alles fotografisch festzuhalten und vielleicht sogar eine kleine Collage daraus zu basteln.

Achtsame Schatzsuche

Unsere Umwelt ist voller Schätze, wir müssen sie nur entdecken! Dafür gibt es zahlreiche Kartensets, Suchspiele oder ähnliches, aber Ihr könnt Euch auch einfach selbst Kategorien ausdenken oder bspw. auf Pinterest viele, viele Ideen finden. Entweder Ihr sucht Euch einfach 3 Kategorien oder bastelt Euch eine Checkliste als Erinnerungshilfe. Hier sind ein paar Ideen:

etwas rundes
etwas pieksiges
etwas, das Du schön findest
etwas, das gut riecht
etwas mit Punkten
etwas, das fliegt
etwas leichtes
eine Tierspur
etwas lautes
etwas langes

Wenn Ihr nun unterwegs seit, haltet Augen, Ohren und Nasen offen, um die Schätze in Eurer Umgebung zu finden. Vielleicht wollt Ihr sie aufmalen, vielleicht aufschreiben, fotografieren oder nur in Erinnerung behalten. Dabei ist es überhaupt nicht wichtig, die Fundstücke auch tatsächlich mitzunehmen – vielleicht wollen ja auch andere Menschen Eure Schätze entdecken, sie fühlen sich in ihrer gewohnten Umgebung am wohlsten oder Ihr braucht einfach nicht den 387. Stock und 6921. Stein.

Pflanzliche Pinsel – Pfützen mal anders

Es hat geregnet und überall sind Pfützen? Na dann ab nach draußen! Sammelt ein paar verschiedene Gräser, Pflanzen, Blätter. Das Pfützenwasser ist nun Eure Farbe und Ihr könnt erforschen, wie unterschiedlich die einzelnen Pflanzen malen. Was macht breitere, was schmalere Linien, welche Linien sind geradliniger, welche unregelmäßiger?

Neue Wege gehen

Ihr nehmt immer den gleichen Weg zum Spielplatz? Dann geht doch heute mal ganz bewusst einen anderen Weg. Biegt eine Ampel früher ab, nehmt den anderen Eingang, macht einen kleinen Umweg, … Was entdeckt ihr neues? Was ist anders?

Breath Walk

Unser Gang hat einen Rhythmus, jeder Schritt kann ein Beat sein. So könnt Ihr ein Atemmuster finden, dass Euch entspannt. Zum Beispiel 4 Schritte einatmen, 4 Schritte ausatmen oder 4 Schritte einatmen, 7 Schritte ausatmen. Versucht einmal, eine gewisse Strecke (das kann auch sehr kurz sein!) zu gehen und dabei Schritte zu zählen und entsprechend zu atmen. Wie geht es Euch danach? Tauscht Euch aus.

wohltuende Atemmuster sind beispielsweise:
4 Schritte einatmen, 4 Schritte ausatmen
4 Schritte einatmen, 4 Schritte Atem halten, 4 Schritte ausatmen, 4 Schritte halten (oder je 5)
4 Schritte einatmen, 7 Schritte ausatmen

Wichtig dabei: Macht das, wenn Ihr Zeit habt und ganz in Ruhe gehen könnt. Wenn Ihr gerade ganz schnell unterwegs sind, kann das eher kontraproduktiv sein.

Mit anderen Sinnen

Findet einen ruhigen Ort, an dem Ihr eine Weile stehen bleiben könnt (oder auch sitzen).
Schaut Euch erst einmal in Ruhe um. Was könnt Ihr alles sehen?
Schließt dann die Augen. Was hört Ihr gerade alles? (Welche Geräusche sind weiter weg, welche ganz nah?)
Was könnt Ihr fühlen? Sonne, Regen, Wind, den Boden unter Euch – was noch?
Was riecht Ihr gerade?
Sprecht im Anschluss darüber. Was hat Euch überrascht? Was fandet ihr besonders toll?

Das funktioniert am besten, wenn Du als Erwachsene Person Dein Kind durch die Wahrnehmungen führst, indem Du nach und nach die Fragen stellst. Vielleicht tauscht Ihr Euch währenddessen auch aus, nennt immer abwechselnd etwas.

Im Schneckentempo

Wettrennen, aber ganz anders. Und noch eine ganz besonders schöne Art, Achtsamkeit mit Kindern zu praktizieren – die Kinder in meinen Kinderyogakursen hier in Oldenburg lieben diese Übung. Versucht einmal, so laaaaaangsam wie möglich zu gehen. Wer ist die größte Schnecke von Euch? Vielleicht geht Ihr einfach so einen Teil Eures Weges langsam, vielleicht legt Ihr auch eine Strecke fest und versucht, als letzte*r am Ziel anzukommen. Einzige Regel: bleibt in Bewegung – stehen bleiben ist schummeln. Was entdeckt Ihr auf dem Weg?

Die Umgebung ausmessen

Erkundet Eure Umgebung einmal ganz bewusst. Nehmt Euren Körper dabei als Messinstrument. Wie viele Finger ist der Knopf an der Ampel breit? Wie viele Füße ist der Bürgersteig breit? Wie viele Schritte ist der Abstand zwischen zwei Ampeln weit? Wie viele Unterarmlängen ist das Geländer lang?Wie viele Menschen braucht es, um den Baum zu umarmen? Euch fallen sicherlich noch ganz viele andere Ideen ein, um die Welt um Euch herum ganz anders zu vermessen.

Wenn Ihr auf der Suche nach viel Grün in Oldenburg seid, empfehle ich Euch diese Orte, an denen ich sehr gerne bin:
Eversten Holz
Botanischer Garten
Wunderburgpark
Schlossgarten
Harrepark
Bahndammgelände Krusenbusch
Kleiner Park am Dwaschweg
Schwanenteich & Hausbäke

Ich wünsche Euch ganz viele tolle Erlebnisse und Beobachtungen draußen! Und vielleicht wird’s ja mit meinen Ideen noch ein wenig achtsamer und kreativer. 🙂

Viele liebe Grüße,
Frederike

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